Es bieten sich viele verschiedene Materialien an, ein Loch im Zahn wieder zu verschliessen. Keines ist perfekt, ansonsten würde man auch nicht lange über die Materialfrage diskutieren.


Amalgam:

Die „Kassenlösung“. Billig (die Kosten werden komplett von jeder Krankenkasse übernommen), schnell, zuverlässig und robust. Leider hässlich und im Verruf, giftig zu sein. Hierfür gibt es jedoch keinerlei wissenschaftliche Belege.


Zement:

Zahnmedizinische Zemente verhalten sich dem Zahn gegenüber sehr neutral und sind einfach und kostengünstig zu verarbeiten. Leider nutzen sich Zemente als Füllungsmaterial sehr schnell ab. Bei Milchzähnen und als Übergangslösung (Provisorium) kann eine Zementfüllung ausreichend sein, als dauerhafte Füllung bietet sie sich leider nicht an.


Gold-Inlay:

Goldinlays sind sehr langlebige Füllungen. Durch den sehr hohen Goldpreis und den relativ hohen Arbeitsaufwand sind allerdings mit Zuzahlungen von mehreren hundert Euro pro Zahn zu rechnen. Ein Goldinlay erfordert mindestens zwei Sitzungen, erst wird der Zahn beschliffen (in der Regel etwas mehr als für andere Füllungsmaterialien), ein Abdruck und ein Provisorium angefertigt und erst ca. eine Woche später kann das fertige Inlay einzementiert werden. Goldinlays eignen sich für größere Löcher, sind aber ebenfalls nicht zahnfarben. Größere Inlays (Teilkronen) können von der Krankenkasse bezuschusst werden.


Keramik-Inlay:

Hier gilt dasselbe wie für Gold-Inlays, nur dass der Ersatz nicht Gold- sondern Zahnfarben ist. Die Kosten sind mit einem Goldinlay vergleichbar, der Aufwand ist jedoch noch größer. Keramik-Inlays müssen eingeklebt werden, dieser Arbeitsschritt erfordert extrem viel Sorgfalt und etwas Zeit. Keramikinlays sind die zurzeit beste machbare Füllung und bieten eine hervorragende Ästhetik.


Komposit-Füllung:

Komposit-Füllungen sind die wohl am weitesten verbreitete und praktischste Alternative. Sie bestehen zum überwiegenden Teil aus Keramikpartikeln, die in einer lichthärtenden Matrix gebunden sind. Für ästhetisch anspruchsvolle Frontzahnfüllungen wird es schon seit vielen Jahren eingesetzt; häufig sind die resultierenden Füllungen praktisch nicht mehr vom Zahn zu unterscheiden.

Für den Einsatz im Seitenzahnbereich sind die Komposit-Füllmaterialien erst in den letzten Jahren stabil genug geworden. Die hier herrschenden Kaukräfte konnten von früheren Kunststoffmaterialien nur schlecht verkraftet werden und haben für einen zweifelhaften Ruf damaliger „Kunststofffüllungen“ gesorgt. Heute sind die Materialien sehr viel besser. Durch die aufwendigere Verarbeitung und längere Trockenlegung des zu behandelnden Zahnes treten Heiß- und Kaltempfindlichkeiten in den ersten Tagen nach der Behandlung häufiger als bei anderen Füllungen auf. Auch besitzen sie eine stärkere Plaqueanhaftung und eine bei schlechter Mundhygiene rund 3,5-mal höhere Sekundärkariesrate als Amalgamfüllungen.

Der ganz klare Vorteil von Komposit ist die hervorragende Optik. Die weißen Füllungen sind praktisch nicht mehr zu erkennen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Füllungen sofort fertig und belastbar sind. Eine zweite Sitzung, wie bei Inlays, ist hier nicht notwendig.

Leider übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen im Seitenzahnbereich nur die Kosten einer Amalgamfüllung. Die Mehrkosten für das Material und die aufwendigere Verarbeitung sind privat zu zahlen, es ist mit Kosten von einigen 10 Euro pro Zahn zu rechnen.

 

Füllungsalternativen - was hält,

was kostet es?